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Aufgaben des Landtages
Aufgaben des Landtages
Andere Funktionen
Neben den Funktionen der Gesetzgebung, der Kreation, der Kontrolle und der Mitwirkung hat der Landtag noch folgende weitere Funktionen bzw. Aufgaben:

Ernennungen und Namhaftmachungen
Zu den weiteren wichtigen Funktionen des Landtages gehören die Ernennungen und Namhaftmachungen. Der Landtag hat die Aufgabe, Vertreter des Landes Südtirol in verschieden autonomiepolitisch wichtige Gremien zu entsenden. Ebenso wie er zuständig ist für die Besetzung gewisser Ämter bzw. Stellen. Darunter fallen beispielsweise die Ämter eines Volksanwaltes/einer Volksanwältin, Richterstellen beim Verwaltungsgericht Bozen und noch weitere wichtige öffentliche Stellen.

Stellungnahmen
Der Landtag kann beim Parlament in Rom in bestimmten Fällen eine Stellungnahme abgeben. Eine solche Stellungnahme kann verfasst werden, wenn im Parlament ein Gesetzesvorschlag zur Änderung des Autonomiestatuts eingebracht wird. Ist das der Fall, so hat der Landtag zwei Monate Zeit, eine solche Stellungnahme zum Gesetzesvorschlag abzugeben.
Ein vom Landtag zu Beginn der Legislaturperiode eingesetzter Sonderausschuss überprüft den eingelangten Gesetzesvorschlag und arbeitet für den Landtag eine Beschlussempfehlung aus.

Anfechtungen vor dem Verfassungsgerichtshof
Ist das Land Südtirol der Ansicht, dass ein Staatsgesetz, ein Gesetz der Region Trentino-Südtirol, der Autonomen Provinz Trient oder einer anderen Region seine Gesetzgebungsbefugnisse oder das Prinzip des Schutzes der sprachlichen Minderheiten verletzt, kann es das betreffende Gesetz beim Verfassungsgerichtshof anfechten. Dies ist eine für die Wahrung der von der Verfassung und vom Autonomiestatut garantierten Befugnisse wichtige Bestimmung.
Die Anfechtung muss vom Landeshauptmann/von der Landeshauptfrau als gesetzlicher Vertreter/als gesetzliche Vertreterin des Landes vorgenommen werden, u.zw. aufgrund eines entsprechenden Beschlusses des Landtages. Da die Frist für die Anfechtung ziemlich knapp bemessen ist (60 Tage ab Veröffentlichung des Gesetzes, das angefochten werden soll), hat sich in der Praxis folgendes Verfahren durchgesetzt: Der Anfechtungsbeschluss, aufgrund dessen der Landeshauptmann/die Landeshauptfrau die Anfechtung vornimmt, wird im Dringlichkeitsweg von der Landesregierung gefasst und sodann dem Landtag zur Ratifizierung vorgelegt.

An das Parlament gerichtete Begehrensanträge und Begehrensgesetzentwürfe
Als höchstes Vertretungsorgan des Landes kann sich der Südtiroler Landtag auch in jenen Bereichen zum Sprachrohr der Bedürfnisse und Anliegen der Südtiroler Bevölkerung machen, die nicht in die Zuständigkeit des Landes, sondern in jene des Staates fallen, aber doch für das Land von besonderem Interesse sind. Entsprechende Instrumente dafür sind der Begehrensantrag und der Begehrensgesetzentwurf

Initiativen zur Abänderung des Autonomiestatuts
Das Autonomiestatut kann, wenn dies für notwendig und angebracht erachtet werden sollte, auch abgeändert werden. Die Vorgangsweise dafür ist allerdings eine recht komplexe Angelegenheit und das zu Recht: So wird ein zu einfaches Abändern des für Südtirol so wichtigen Autonomiestatuts verhindert.

Eine so genannte Initiative zur Abänderung des Autonomiestatuts kann beispielsweise der Regionalrat von Trentino-Südtirol ergreifen. Allerdings braucht er dazu einen übereinstimmenden Beschluss der Landtage der beiden autonomen Provinzen Bozen und Trient. Eine solche Initiative zur Abänderung des Autonomiestatuts können aber auch die Regierung und einzelne Parlamentsabgeordnete in Form eines Entwurfes für ein Verfassungsgesetz einbringen.